‚La blessure d’otage‘ – HOMMAGE Endergebnis

Die Aufgabe war es ein Nachbild, eine Hommage zu einem Werk eines selbst gewählten Künstlers zu gestalten.

Ich habe mich für den französischen Künstler Jean Fautier entschieden.

Fautriers Werke zeichnen sich durch ihren tiefen, manchmal tragischen Ernst aus, der zum Teil aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs hervorgeht (Serie der Otages – Geiseln). Fautriers Farbauftrag ist von einer ungewöhnlichen Dicke. Die so entstandenen Werke – meistens die Darstellung eines einzigen, gerade noch erkennbaren Gegenstands – sind von einer ungemeinen Plastizität und Dichte, die ihren strengen Charakter noch steigert.

1918 erleidet er an der Front eine schwere Verletzung mit lebenslangen Folgen. In Tirol beginnt Fautrier während eines Erholungsaufenthaltes 1921-1921 wieder zu malen. Expressive Figurenbilder, Porträts und Stillleben entstehen, die im Pinselduktus und der fast karikaturartigen Auffassung an Chaim Soutine erinnern. 1925-1926 enstehen parallel dazu ungewöhnliche experimentelle Kompositionen, in denen das Motiv inmitten rasch hingeschriebener Farbgesten und monochrome Farbigkeit kaum noch erkannbar ist.

Diese Eigenschaften sind der Grund für meine Hommage ‚la blessure d’otage‘ in Anlehnung an die Serie der Otages, insbesondere ‚Tete d’otage‘ (Kopf der Geisel).

Meine Idee war es sich in den Kopf der Geisel hineinzuversetzen. Wie fühlt sich die Geisel im zweiten Weltkrieg? Was denkt sie ? – Ich habe ein Schicksalsschlag als Hommage genommen. – Die Geisel ist verletzt. ‚La blessure d’otage‘ stellt eine Wunde einer Geisel dar, die die unangenehme Vergangenheit und die Geschichte des 2. Weltkrieges aufgreifen.

„Eine Wunde erzählt Geschichte“.

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Meine Absicht war es mit möglichst vielen Materialien zu arbeiten, um eine Plastizität zu erreichen. Anfangs habe ich experimentiert und ausprobiert:

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Siehe auch den Eintrage: https://livelaughlove1234.wordpress.com/2015/02/17/hommage-ein-experiment-aus-materialien/

Diese ‚Skizze‘ hat mich dann zu meiner Hommage geleitet.

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Verwendete Materialen :

  • Zeitung
  • Acrylfarbe
  • Strukturpaste
  • Kleber
  • Plastik
  • Anspitzer-‘Müll’
  • Scherben
  • Erde
  • Holzsplitter

Die Zeitung symbolisiert die Gedanken der Geisel, während die Scherben und Holzsplitter die Dramatik der Verletzungen in einem Krieg darstellen.

Entwicklungsschritte:

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Ergebnis:

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Zu meiner Hommage ‚La blessure d’otage‘ oder auch ‚Eine Wunde erzählt Geschichte‘ passt das Gedicht ‚Aufgeschnitten‘ von VERA SCHINDLER-WUNDERLICH:

‚VERA SCHINDLER-WUNDERLICH

Aufgeschnitten

Wunden bleiben manchmal Wunden,
bleiben Löcher, fast Münder, fünf
Wochen oder sechs, Öffnungen, nicht böse,
nicht tödlich, die doch zügig ins Fleisch führen,
in alles Mögliche, was wir in uns vermuten,
auch könnte jemand den Eingang nutzen,
hineinsehen, etwas einschleusen, womöglich
Gift, einen Zettel, Pfeffer oder Staub.
Fünf Wochen oder sechs: der tägliche Blick
auf den Einlass, der den Arbeitskörper stört
und so aufsperrt, dass man zu ihm sagt:
Erzähl was von dir! Wo führst du hin?
Wieso hast du dich empört? Warum
musste man dich mit Messern öffnen?‘

– Eine Wunde prägt das Leben. Die Wunde verwandelt sich in eine Narbe, die einen immer an ein schlimmes, schmerzhaftes Erlebnis erinnert. So auch der zweite Weltkrieg – dieser hat viele Wunden und Narben hinterlassen.

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